Hanfanbau im Freien

Anleitung zum kostengünstigen Cannabisanbau

Outdoor HanfanbauenJeder Graskonsument ist schon Mal auf die Idee gekommen, sich sein Hanf selbst anzubauen. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, bietet sich hier die Cannabiszucht unter Kunstlicht indoors an. Doch in vielen Fällen ist das nicht so einfach bzw. gar nicht möglich. Seien es die Eltern, Verwandten, Geschwister, Freunde, WG-Kollegen oder einfach fehlender Platz und Geld, die einem den Hanfanbau drinnen unmöglich machen. Bleibt die nächste Möglichkeit – draußen anzubauen. Das hört sich im ersten Moment äußerst einfach an. Hat man dann die Samen zuhause und möchte anfangen zu growen, hat man aber plötzlich 1000 Fragen, die einem das Vergnügen trüben.
Dieses Tutorial soll euch die ein oder andere Antwort geben und dem blutigen Anfänger ein gewisses Grundwissen und etwas Hausverstand vermitteln, wie man unter freiem Himmel seinen eigenen Hanf kultivieren kann.

Cannabis samen für Aussen:

Die endlose Suche nach dem Growplatz
Viele wollen es nicht glauben, aber der ganze Grow beginnt mit der Suche nach einigen geeigneten Plätzen. Dazu sollte man nicht ein Monat vor dem Raussetzen der Pflanzen hektisch nach einer Lichtung am Waldrand suchen, sondern bereits im Vorjahr auf die Suche gehen. Mein Opa sagte einmal zu mir: „Du musst mit offenen Augen durch die Welt gehen!“. Und da hatte er vollkommen Recht. Geh lieber mal raus in den Wald oder auf die Wiese, anstatt vor dem PC zu hocken oder in die Glotze zu stieren. Geh spazieren und halte dabei immer Ausschau nach geeigneten Spots für ein paar Hanfpflanzen. Wenn du bereits ein gewisses Gebiet erkundet hast, und damit meine ich nicht nur das Gebiet im Umkreis von 500 Metern, dann wirst du sicher um die 2-6 Plätze gefunden haben. Das dauert eben, aber wenn man längerfristig plant, hat man auch Zeit und kann ein Gebiet (oder mehrere Gebiete ^^) genauer unter die Lupe nehmen. Ein flüchtiger Blick aus dem Auto raus reicht hier nicht! Also, wo waren wir? Genau, 2-6 Plätze. Die Kriterien für einen guten Platz sind:
-in erster Linie Schutz vor dem Entdecktwerden durch Förster, Jäger, Spaziergänger: Das sollte an oberster Stelle stehen. Der Platz kann noch so sonnig sein, aber wer will schon bitte im Vorgarten Marijuana anbauen? Na also.-Licht: Hanf kann sehr viel Licht gebrauchen, logischerweise sollte der Platz also relativ sonnig sein und über einen möglichst großen Zeitraum am Tag direkte Sonneneinstrahlung gewährleisten. Meist ist das aber nicht möglich, denn wie wir ja wissen, brauchen wir auch Sichtschutz. Hier ist ein Kompromiss aus guter Belichtung und gutem Sichtschutz zu finden. Der Geruch ist auch nicht zu vernachlässigen. Der Platz sollte schon soweit vom nächsten Gehweg entfernt sein, dass es einen nicht sofort umhaut, weil es so nach Gras riecht.
-Boden: Lehmige Böden mit Staunässe sind ungeeignet, oder man muss eine Menge Erde austauschen. Auch Nadelwaldboden ist nicht optimal, da er in der Regel zu sauer ist. Natürlich funktioniert es dort auch, man sollte aber viel Erde austauschen. Generell heißt es, man sollte sich an Brennnesseln orientieren, da sie Indikator für guten Boden sind. Ein Bodentutorial findet ihr z.B. hier.
Etwas zu Zeigerpflanzen gibt es hier.
Vorbereitung der Growplätze
Man sollte einen Growplatz in etwa so einteilen, dass man auf einem Quadratmeter zwei bis vier Pflanzen stehen hat. Auf jedem Eck des Quadrats (1x1m) kann eine Pflanze stehen. Natürlich hängt das auch davon ab, ob der Platz/Sichtschutz dafür ausreicht und ob man seine Pflanzen lieber einzeln auf mehrere Plätze setzt. Hat alles seine Vor- und Nachteile, aber wenn man einen wirklichen Top-Platz gefunden hat, kann man da ruhig mehrere Pflanzen platzieren.
eigenen Hanf kultivierenGräbt man etwas in die Erde, erkennt man gleich, wie der Boden beschaffen ist. Optimal wäre natürlich dunkler, lockerer Humus. Braune Erde geht auch noch, aber Flins oder Lehm sind wirklich nicht das Wahre. Wachsen wird der Hanf dort zwar auch, aber optimale Ergebnisse sind nicht zu erwarten. In vielen Fällen ist zu empfehlen, etwas Erde auszutauschen, um der Pflanze einen guten Start zu gewährleisten und gut anwachsen zu können. 20 Liter wären hier super, müssen aber nicht immer sein. Mehr kann man natürlich immer geben, aber das wird teuer und ne Heidenarbeit zum Schleppen. Man grabe also pro Pflanze ein Löchlein und gebe da normale Blumenerde rein, es muss keine schweineteure Erde sein. Klar sind hier nach oben wieder keine Grenzen gesetzt, was die Qualität betrifft. Es empfiehlt sich, die Löcher etwas größer zu dimensionieren und zwei Drittel der ausgehobenen Erde wegzuschaffen. In das Loch kommt dann ein Gemisch aus 1/3 der ausgehobenen Erde und der Blumenerde. So kann sich die Pflanze an die ursprüngliche Erde schon etwas gewöhnen, denn die Wurzeln hören ja nicht nach der Blumenerde auf zu wachsen.
Spezialfall –>Grow im/am/neben Maisfeld: Hier braucht man keine Erde austauschen. Die Erde ist vom Bauern in der Regel gut gedüngt und daher sehr nährstoffreich. Nachteil eines Maisfelds: Der Boden dort neigt ab und zu dazu, furztrocken zu werden. Hier sollte man etwas öfter vorbeischauen, um die Pflanzen zu gießen. Keinesfalls mehrere Pflanzen auf einen Platz stellen und viele Maisstauden umreißen. Solche Löcher sind äußerst einfach aus der Luft zu erkennen. Am besten also am Rand des Maisfelds growen und viele einzelne Pflanzen weit auseinander setzen, dabei keine oder so wenig wie möglich Maisstauden vernichten. Wenn man schon etwas für Licht sorgen möchte, sollte man die Stauden so reißen, dass es wie ein Sturmschaden aussieht. Also Löcher in Form von 2×5 Maispflanzen sind tabu, auch wenns schön gepflegt aussieht. Einfach den Hausverstand etwas einschalten. Was noch anzumerken ist: Mais wird im Mai gesät und bis Ende Juni gedüngt/gespritzt. Die Pflanzen sollte man erst Mitte-Ende Juni raus setzen, damit sie keine Pestizide abbekommen. Zwischen Ende August und Mitte Oktober wird der Mais geerntet, je nachdem ob Körner- oder Futtermais. Futtermais wird früher geerntet, Körnermais später. Kleiner Tipp am Rande: Ausschau nach bewachsenen Zwischenstücken zwischen den Feldern suchen, so genannte „Knicks“. Dort sind gute Growplätze zu finden, mit gutem Sichtschutz durch angrenzende Felder. Auch die Ränder von Feldern sind eher zu empfehlen, da dort ein Loch von oben nicht so arg auffällt als mitten im Feld.
Zurück zu unseren Löchern mit der ausgetauschten Erde. Oder auch nicht – wie gesagt, das hängt von der Qualität des Bodens ab. Eventuelle unerwünschte Pflanzen entfernen wir mit einer Gartenschere oder einer kleinen Säge. Kleinere Bäume kann man sich auch aus dem Weg schaffen. Wir achten aber klarer Weise darauf, nicht zu viel kaputt zu machen, wir sind schließlich Gast in der Natur und dürfen sie nicht wahllos zerstören, nur um unsere Interessen durchzusetzen. Übrigens ist das allgemein ein guter Ratschlag, also schmeißt eure Kippen und euren Müll nicht einfach auf den Boden, sondern nehmt ihn wieder mit! Mit dem vorhandenen Gestrüpp aus den entfernten Pflanzen lässt sich der Sichtschutz noch verbessern bzw. der Weg zum Platz unwegsamer machen.
Wer jetzt noch Lust und Laune hat und zufälligerweise Geld auf der Straße gefunden hat, kann noch wuchernde Pflanzen als Sichtschutz rund um den Platz anbauen. Große Brennnesseln, Brombeeren, Himbeeren und Stangenbohnen (ja, Stangenbohnen, kein Scherz!) hinpflanzen/aussähen. Hilft auch, ist aber nicht notwendig. Wenn bereits vorhanden: unbedingt stehen lassen, auch wenn man schwer zum Platz kommt. Genau das wollen wir ja!
Verhalten am Weg zum Growplatz/auf dem Growplatz:
-leise und unauffällig, aber auch nicht verdächtig geduckt und schleichend. Am besten einen Rucksack und ne Hundeleine mitnehmen. Wenn jemand fragt, kann man sich ja auf einen weggelaufenen Hund ausreden, den man gerade sucht. Oder, wenn man einen GUTEN Kumpel mit hat, sich als Schwuletten ausgeben und sagen, man wolle gerade ein kleines Nümmerchen im Holz schieben. Kostet zwar einiges an Beherrschung, nicht jeden Moment ins laute Grölen zu verfallen, hilft aber im Notfall.
– Wenn es geht, benutzt man in der Regel den Hinweg nicht als Rückweg. Wenn es jedoch sicherer wäre, den Hinweg auch als Rückweg zu benutzen, tut man das auch.
– Man sollte nicht direkt mit dem Auto/Moped/Fahrrad vor dem Weg zum Platz parken. Stellt euer Fahrzeug (falls vorhanden) etwas entfernt ab, wenn es einen gibt, benutzt ihr einen etwas weiter entfernten Parkplatz. Um die Erde/Pflanzen zum Platz zu bringen, muss man gegebenen Falles eben öfter gehen, je nach Fassungsvermögen des Rucksackes und der Ausdauer des Growers.

Das Saatgut
Purple HazeMan sollte generell in unseren Breitengraden früh blühende, für den Outdooranbau geeignete Sorten verwenden. Also vergesst gleich die absurde Idee, im Herbst vor euren Freunden angeben zu können mit so Sprüchen wie „Habbisch supa White Widow Gras, des is des stärxde übbehaupt!“. Ne White Widow wird wohl kaum mehr als ne Lowryder bringen, wenn ihr 90% der Ertrages wegen Schimmel in die Tonne kloppen könnt – wenn sie denn überhaupt vor dem ersten Frost fertig wird!
Also, geeignete Outdoorsorten wären da z.B.:
Fast alle Sorten mit einem “Early” vorne im Namen, wie Early Bud etc.
Die meisten Purple-Sorten eignen sich auch. New Purple Power, gehört unter anderem dazu. Es gibt natürlich noch zig andere Sorten. Afghani, Power Plant, Top44, Holland’s Hope, Durban Poison, Swiss Miss und Hollands Hope
Samen aus dem gekauften Gras können gut sein, müssen aber nicht. Meist hat man keine Ahnung, welche Sorte das denn ist. Blöd, wenn im November die Haze noch nicht fertig ist.
Von feminisierten Samen rate ich eher ab. Outdoor ist das wirklich keine gute Idee, die zwittern einfach zu oft. Manche Sorten vertragen die schwankenden Bedingungen zwar gut, aber die meisten neigen zu Zwitterbildung. Spart euch das Geld für ein hübsches Auto oder zahlt es in den Bausparer ein, davon habt ihr später mal mehr. Bei gutem, handelsüblichem Saatgut liegt die Weiblichkeitsrate bei 60/40, also das sollte reichen. Ende Juli/August sollte man halt nach den Pflanzen schauen und die Männchen entfernen, es sei denn man möchte Samen.
Weiters möchte ich anmerken, dass Hanfsaat keinen gesetzlichen Normen und Qualitätsbestimmungen unterliegt, da sie ja in der Regel verboten ist – es sei denn es handelt sich um Müsli- oder Vogelfutterhanf.
Da man beim Outdooranbau relativ hohe Verluste einplanen muss, sollte man ausreichend Samen kaufen. In der Regel sterben 50% der Pflanzen durch Krankheit, Fehlverhalten des Growers, unerwünschtes Getier und umherwandelnde Gestalten mit zwei Beinen. Von den verbleibenden 50% sind dann noch in etwa wieder die Hälfte männlich bzw. zwittrig und müssen weggeschafft werden. Am Ende bleiben ca. 25% der ursprünglichen Anzahl, die man (mit etwas Glück) auch schön ernten kann. 15-25 Pflanzen wären schon gut, wenn man halbwegs was ernten möchte.

keimblater-cannabis-sameCannabissamen keimen
Jedes Jahr schaffen es wieder unzählige Anfängern, immer wieder die gleiche Frage zu stellen, anstatt einmal die Suche nach den dreihundert Millionen anderen Themen in den zahlreichen Onlineforen zum Thema „Keimen“ zu befragen. Eigenartig, dabei sollte es doch so einfach sein, nicht war? Ist es eigentlich auch. Es gibt grundsätzlich drei Methoden, die Samen zum Keimen zu bringen. Hier scheiden sich die Geister, welche die beste ist bzw. welche Kombination aus welchen der drei am erfolgversprechendsten ist.
1.) Hanfsamen keimen in Anzuchterde/Torfquelltöpfen: Das ist die natürlichste Art und Weise, sein Saatgut zum Leben zu erwecken. Torfquelltöpfe quellen lassen und etwas ausdrücken, sie sollen nicht zu nass sein. Gleiches gilt für die Anzuchterde. Die Samen in ein ca. 0,5-1cm tiefes Loch geben und mit etwas Torf/Erde bedecken. Nach etwa 3-10 Tagen sollten sie ihr Köpfchen rausstrecken. Auf keinen Fall sollte man in der Erde rumwühlen und nach den Samen graben, um zu sehen, was denn los ist. Das ist Mist. Also Finger weg und einfach warten. Wenn nach über 10 Tagen noch nix los ist, na dann ist der Samen wahrscheinlich weggeschimmelt. Manchmal wird aber auch langes Warten belohnt und nach über 14 Tagen guckt das Köpfchen des Keimlings raus. Gilt übrigens für alle drei Keimmethoden, da die Samen ja bei allen Mal in der Erde landen.
keimung-cannabissamen2.)Hanfsamen keimen zwischen feuchten Taschentüchern: Man nehme einen Teller, gebe darauf 4 übereinander gelegte Taschentücher und befeuchte diese. Samen drauf legen. Weitere 4 feuchte Tachentücher (für die ohne Gehirn: ausgebreitete Taschentücher ^^) darüber und mit einem weiteren, verkehrt herum aufgesetzten Teller garniert an einem warmen Ort servieren. Hier bietet sich z.B. ein etwa 25-30°C warmer Heizkörper oder ähnliches an. Es gibt Leute, die verwenden Wärmeflaschen, aber das oftmalige Wechseln des Wassers nervt mit der Zeit. Nach einigen Tagen sollten die Keimwurzeln aus den Samen rausgucken ab damit in Anzuchterde oder Torfquelltöpfe
3.) Hanfsamen keimen im Wasserglas: Wie das wohl geht? Man füllt ein Glas mit lauwarmem Wasser (nein, Vöslauer prickelnd geht nicht ^^) und gibt da die Samen rein. Je nach Bedarf 12-48 Stunden quellen lassen. In der Regel sind sie fertig gequollen, wenn sie untergehen (manchmal muss man ihnen dabei helfen, indem man sie kurz unter Wasser drückt). Länger als 48 Stunden sollte man sie aber nicht im Wasser lassen, ansonsten besteht die Gefahr, dass die Samen absaufen und somit hopps gehen. Nach dem Quellen machen wir was? Riiiiiichtichhhhh, in Anzuchterde oder Torfquelltöpfe geben.
Wie man unschwer erkennen kann, keimt man die Pflanzen immer mit einer Kombination aus 2+1 oder 3+1, außer man keimt gleich mit Methode 1. Viele keimen auch in der Reihenfolge 3+2+1. Jeder Grower hat seine eigene Technik und hält dafür seine Hand ins Feuer. Ein Tipp von mir: Findet selbst raus, was sich für euch als am besten herausstellt. Für den ersten Grow sollte man aber auf Nummer Sicher gehen und die erste Methode anwenden, bei den beiden anderen schaffen es paradoxerweise einfach zu viele Leute, irgendwas falsch zu machen.

Hanfkeimlinge vorziehenVorziehen
Gleich als erstes: JA, man sollte vorziehen. JA, vorgezogene Pflanzen haben viel bessere Überlebenschancen als kleine Keimlinge. Und JA, Kanickel und Bambi mögen kleine Hanfpflanzen.
Wer die Möglichkeit hat, in seinen vier Wänden eine kleine Vorzuchtbox mit ein paar Leuchtstoffröhren oder Energiesparlampen (eine mit Tageslicht, eine mit kaltweißem Licht und eine mit warmweißem Licht) zu betreiben, der macht das bitte auch. Keimlinge rein, vorziehen bis mindestens 10cm (besser wären 20-30cm, aber soviel Platz hat man auch nicht immer, wenn man viele Pflanzen growt) oder halt solange es geht und raus damit. Spätestens Mitte Juni sollten sie draußen sein, wenn es KEINE automatisch blühenden Sorten (Lowryder, Lowryder2 und diverse Lowryderkreuzungen) sind.
Man kann natürlich auch auf dem Fensterbrett, im Gewächshaus oder am Balkon vorziehen. Wichtig ist Sonne und, bei einem nächtlichen Temperaturabsturz auf unter 10°C, das Reinholen in die warmen vier Wände. Dabei an einem lichtdichten Ort abstellen (Schrank, Keller, was weiß ich)! Die kleinen Keimlinge brauchen viel Licht, ansonsten spargeln sie. Das heißt, dass sie, auf der Suche nach Licht, in die Höhe wachsen und einen dünnen Stängel haben. Also schön in die Sonne/unter die Lampen damit. Das soll aber nicht heißen, dass ihr eure 5cm großen Keimlinge in die pralle Mittagssonne stellen sollt. Wenn man da nicht ab und zu nachschaut, kann einem der Kleine gleich mal vertrocknen. Aufpassen!
Auch etwas Wind stärkt den Stängel. In der Growbox übernimmt das ein kleiner Ventilator (nicht total direkt auf die Pflanzen gerichtet), draußen macht das logischerweise die Natur.
Hanf-VorziehenNoch ein Tipp, zur Schadensvermeidung bei Anfängern: Wenn ihr eure kleinen Pflanzen gießt, dann achtet darauf, dass die Blätter nicht nass sind, wenn ihr sie in die Sonne/unters Licht stellt. Das Wasser wirkt wie eine Lupe und hinterlässt hässliche braune Stellen, und das tut unseren Schützlingen gar nicht gut, wenn sie noch so putzig winzig sind.
Gegossen wird übrigens erst dann, wenn die oberste Erdschicht des Topfes bereits angetrocknet ist. Zuviel Wasser killt unsere Babies.

Raussetzen
Es gibt eine Faustregel, ab wann es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Frost mehr haben wird – die Eisheiligen (11. – 15. Mai). Früher geht man ein gewisses Risiko ein, denn im März und sogar noch im April kann es noch einige Male unter den Gefrierpunkt abkühlen, und das ist nicht sehr produktiv für unser Vorhaben. Klar würden im März raus gesetzte Pflanzen größer und mächtiger werden, aber das steht nicht in Relation zum deutlich erhöhten Risiko. Ein, zwei Tage hält eine 20cm Pflanze auch Frost aus, aber zu lange ist schädlich, wenn nicht sogar tödlich.Bei kleineren Pflanzen (<15-20cm) kann es günstig sein, eine im Durchmesser große Plastikflasche als Schutz darüber zu stülpen. Dazu schneidet man die Plastikflasche an beiden Enden so ab, dass eine im Durchmesser in etwa gleichmäßig große Röhre entsteht. Die stülpt ihr über die Pflanze und grabt sie etwa 5-10cm in die Erde, vorher wird sie aber noch fleißig mit der Bohrmaschine durchlöchert, um Luftzirkulation zu ermöglichen. Oben gibt’s als Deckel ein feines Plastik- oder Metallnetz drauf. Top 44 ist eine der besten kommerziellen Cannabis Sorten
Wozu das Ganze? Blöde Frage, liegt die Antwort doch so nahe: Um Schneckenfraß und Wildverbiss zu vermeiden. Ist ja fast wie beim Führerscheinkurs hier…
Was auch ganz hilfreich ist, sind kleine Wildzäune um die Pflanzen. Und, nicht zu vergessen, das unerlässliche Schneckenkorn. Und zwar jede Menge davon. Im Abstand von 50cm rund um die Pflanzen streut ihr einen ordentlichen Kreis aus Schneckenkorn. Im Abstand von 50cm zu diesem Kreis streut ihr wieder einen dicken Kreis. Das solltet ihr alle 2 Wochen wiederholen, wenn nicht öfter. Am Anfang ist das wirklich wichtig, denn diese schleimigen Tierchen kommen überall hin. Später macht es den größeren Pflanzen nicht mehr viel aus, wenn mal ein paar Schnecken an ihren unteren Blättern nuckeln.
Es gibt auch diverse Flüssigkeiten zur Abschreckung von Wild. Manche Leute vertrauen auf Haare, Urin und Exkremente von Mensch und diversem Hausgetier, wirklich wirkungsvoll ist das aber nicht. Ab und zu einen Hund zum Platz mitnehmen erfüllt in etwa denselben Zweck. Sogar Kupferdraht wurde bereits verwendet, allerdings um Schnecken das Fürchten zu leeren. Witzig, worauf man so alles kommen kann.

Schädlinge/Krankheiten
Abgesehen von Wild, Schnecken und diversen Variationen der Gattung Homo sapiens gibt es noch weitere Störenfriede, die unseren Pflanzen Schaden zufügen können.
Grob gesagt sind das zum einen Insekten und Milben, und zum anderen Schimmelpilz. Gegen Mehltau soll angeblich in Wasser aufgelöstes Backpulver helfen, dass man auf die Pflanze sprüht. Gegen Schimmel kann man nicht wirklich was tun, das hängt vom Wetter, dem Boden (Staunässe etc.) und dem Erntezeitpunkt ab. Je später dieser angesetzt ist, umso höher die Schimmelgefahr. Auch beim Trocknen der Ernte tritt oft Schimmel auf. Aber das Kapitel Schädlinge/Krankheiten ist so umfangreich, darüber könnte man glatt einen Guide im Umfang des gesamten Harry Potter–Werkes verfassen. Daher rate ich euch: Falls Probleme mit Schädlingen und Krankheiten auftreten, lest euch in die diversen Foren ein und befragt die Suchmaschine, wenn das nicht langt, fragt einfach. Man hilft euch sicher gerne weiter. Schädlings- und Krankheitsprobleme sind einfach zu individuell, um sie allgemein behandeln zu können.

eigenen Hanf kultivierenDüngen/Mangelerscheinungen
Das Düngen an sich ist gar nicht mal so einfach, wenn man es richtig machen möchte. Es bietet sich an, den Platz mit Langzeitdünger (Kunstdünger, blaue Kügelchen), Mist, Hornspänen, Sägespänen, toten Viechern (falls die Muschi mal ein Mäuschen fängt, nicht in den Müll schmeißen ^^) und diversen Mineraldüngern (Composana Erdbeerdünger oder irgendwelche Obst/Gemüsedünger, es gehen auch Blühpflanzendünger) vorzudüngen. Das sollte aber bereits einige Wochen vor dem Raussetzen geschehen, damit sich die Nährstoffe optimal mit dem Boden verbinden können.
Das mit der Maus war natürlich ein Scherz. ^^

Oft ist das aber auch gar nicht Mal nötig. Viele Grower ziehen es vor, erst dann zu düngen, wenn ein bestimmter Mangel auftritt.

Mit der Dosierung des Düngers sollte man immer eher etwas zu wenig als zuviel verwenden. Nachlegen kann man ja immer, aber eine Überdüngung loszuwerden ist nicht ganz so einfach. Outdoor hat man zwar sowieso einen gewissen Puffer, der eine Überdüngung wegsteckt, aber man sollte da wirklich etwas aufpassen.

Männliche oder weibliche cannabis?Die Blütephase – Geschlechtertrennung
Wer nicht gerade vorhat, Saatgut mit seinen Pflanzen zu züchten, der sollte ab Mitte Juli immer mal wieder zu seinen Pflanzen schauen, um eventuelle Männchen entfernen zu können. Auch dazu gibt es zahlreiche gute Themen im Internet, es lässt es sich aber ganz einfach beschreiben:
Männchen: kleine Knollen, Knubbel o. Ä. -> killen
Weibchen: kleine Blütenkelche, aus denen weiße Fäden wachsen -> gut
Zwitter: Beide Geschlechtsmerkmale treten auf -> killen

Übrigens lässt sich auch aus Männern etwas THC gewinnen. Viele Leute haben schon ihr blaues Wunder erlebt, als sie das aus den männlichen Pflanzen gewonnene Öl in ihren Kuchen gebacken haben. Männer produzieren nämlich auch kleine Mengen THC.

Die Ernte
Geerntet wird, je nach Sorte, zwischen Ende September und Anfang November. Wie bereits gesagt, je später, desto höher das Risiko von Schimmelbefall. Die Pflanzen sind, allgemein und grob gesagt, dann reif, wenn die Blütenfäden zu 2/3 braun sind. Richtig genau lässt es sich aber nur an der Trübung der Trichome (Harzkristalle) erkennen. Sind diese bernsteinfarben, ist die Pflanze erntereif. Sind sie nur etwas getrübt, kann man auch schon ernten, die Wirkung wird aber nicht so stark und körperbetont sein, viele Leute möchten das aber sogar.
Die ErnteHinweis: Wer den Erntezeitpunkt an der Trübung der Trichome bestimmen möchte, braucht dazu ein Mikroskop oder eine gute Lupe. Mit freiem Auge ist das beinahe unmöglich. Wollt ich nur gesagt haben.
Die Ernte an sich: Mit einem Rucksack, einer Gartenschere und einigen Plastiktüten bewaffnet gehen wir unauffällig, wenn möglich in den frühen Morgenstunden (bevor die Sonne aufgeht, angeblich haben die Pflanzen da den höchsten THC-Gehalt) zu unseren Pflanzen. Man sollte garnicht zuviel Zeit verlieren und schnell die größeren Buds, danach die kleineren abtrennen und in die Tüten geben. Harzige Blätter usw. auch mitnehmen. Den Rest irgendwie vernichten. Je nach Umgebung einfach stehen lassen, oder besser – am unteren Stamm abschneiden und zerkleinert mitnehmen und irgendwo kompostieren. Wer einen gut getarnten Platz hat und keine Angst haben muss, jeden Moment entdeckt zu werden, der kann auch den Rest der Pflanzen mitnehmen und daraus Haschisch oder Haschöl herstellen. Hängt ganz einfach davon ab, wieviel Zeit man zum Ernten hat.

Ich hoffe, dieser Guide konnte zumindest einen Teil der üblichen Anfängerfragen beantworten und euch eine gewisses Basiswissen vermitteln, das dem Ein oder Anderen eine Hilfestellung beim Start in eine neue Outdoorsaison bietet. Klar gibt es noch soviel, worüber man schreiben könnte, und das in diesem Guide nicht erwähnt wurde. Wenn ich jetzt aber mit ph-Wert von Wasser und Erde, Wachstums- und Blütedünger usw. anfange, dann geht’s einfach zu weit. Dazu ist dieser Text auch gar nicht da, er soll Grundwissen vermitteln. Für die Spezialangelegenheiten gibt’s eigene Tutorials.
Ich wünsche euch viel Geduld, Glück, aber vor allem Spaß beim growen!

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