Was ist Cannabis?

eine CannabispflanzeDie Hanfpflanze wurde bereits vor fünftausend Jahren in China und Indien zur Fasergewinnung kultiviert. In der asiatischen Medizin kannte man Hanf darüber hinaus als Heilpflanze.

Cannabis, die lateinische Bezeichnung der Hanfpflanze (Cannabis sativa), wird als Oberbegriff für die daraus hergestellten Drogen Haschisch und Marihuana (Marijuana) verwendet.

Die getrockneten Blätter und Blüten der weiblichen Cannabis-Pflanze nennt man Marihuana (Jargon: “Gras”). Haschisch (“Dope”, “Shit”) wird aus dem Harz der Blütenstände der weiblichen Hanf-Pflanze gewonnen und zu Platten gepresst.  Seltener und teurer ist Haschischöl. Damit die weiblichen Blüten keine unerwünschten Samen bilden, reißt man die männlichen Pflanzen vor dem Beginn der Blütezeit aus (“Sensimilla”, spanisch: ohne Samen). Für medizinische Zwecke werden die Wirkstoffe Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) in möglichst reiner Form synthetisiert, aber als Medikament (Marinol, Dronabinol) spielt Cannabis keine bedeutende Rolle mehr. Züchter arbeiten daran, durch Kreuzungen den THC-Gehalt der Cannabis-Pflanzen weiter zu erhöhen und so genannte “Cups” (Hanfpflanzen mit Rekord-THC-Gehalt) zu erzeugen.

THC-blattDas Rauchen von Marihuana in Form eines Joints verbreitete sich erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Mexiko aus in den USA und von dort weiter nach Europa. Haschisch wird entweder ebenfalls geraucht oder zur Zubereitung von Tee oder Gebäck verwendet.

Im Normalfall produziert der menschliche Körper selbst Endocannabinoide, die dem aus Hanf gewonnenen Cannabis ähneln. Diese Substanzen beeinflussen das Befinden und den Appetit. Haschisch und Marihuana wirken auf das vegetative Nervensystem. Die Einnahme geringer Mengen ruft ein Gefühl der Entspannung und einer leichten Euphorie hervor. Es handelt sich um ein Halluzinogen, das Sinneseindrücke selektiv verstärkt oder veränderte Farb- und Geräuschwahrnehmungen hervorruft. Da sich diese Intensivierung von Eindrücken auch zum Beispiel auf Angstzustände auswirken kann, kommt es mitunter zu Horrortrips.

Der Konsum von Cannabis kann sowohl die Konzentrationsfähigkeit als auch die Gedächtnisleistung für längere Zeit beeinträchtigen. Cannabis bewirkt zwar keine physische Abhängigkeit, aber zumindest bei labileren Personen kann der gewohnheitsmäßige Konsum zu psychischen Veränderungen führen und suchtartig werden.

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